Umgang mit Maulwürfen

Der Maulwurf ist von zurückhaltender Wesensart, weshalb man seiner selten ansichtig wird. Die nachstehende Bildfolge soll eine zoologische Bildungslücke ausfüllen und jene Sicherheit im Umgang mit Maulwürfen verleihen, die in Zeiten sozialer Umschichtung als selbstverständlich angesehen werden muß.

   

Besitzer von Rasenflächen leben zunächst in gespanntem Verhältnis zu den schmucken Pelztierchen. Maulwurffreund T. Reychardt (Pfeil) aus München-Harlaching hat die einzig wirksame Methode zur Zivilisierung derselben ausgearbeitet. Nach mehrwöchigem Gedankenaustausch auf gleicher Ebene folgt der Maulwurf seinem neuen Herrchen meist ohne Widerworte in die Wohnküche. Die Abbildung links zeigt Herrn Reychardt mit Maulwurf von oben. Rechts dasselbe im Schnitt.

   

Ausreichende Spaziergänge im Freien halten den Maulwurf und seinen Besitzer elastisch. Asphalt- oder Pflasterstraßen machen das Tier jedoch mürrisch und ungehorsam. Verantwortungsbewußte Maulwurfhalter bevorzugen daher gepflegte öffentliche Anlagen zur regelmäßigen Bewegung ihres Lieblings. Merke: Auch Maulwürfe anleinen!

In der Gefangenschaft geboren Maulwürfe sind ihrer ursprünglichen Lebensweise meist völlig entfremdet und werfen nur noch fehlerhaft oder gar nicht mehr Maul. T. Reychardt, der führende (west-)deutsche Maulwurfhalter, rät, dem Tier seine natürliche Wühlfreudigkeit durch persönliches Vorbild wieder anzuerziehen.

Auch als Pelztier ist der Maulwurf beliebt. Eine Mannheimer Familie trug sich mit der Absicht, einen Pelzhandel zu gründen, konnte sich jedoch nach wochenlangem Zusammenleben nicht mehr von den Tieren trennen. Sie haben sich seither gut in die häusliche Gemeinschaft eingearbeitet.

 

aus: Loriot´s Umgang mit Tieren