Chronik

Die Feuerwehr in der Gemeinde Niederschlettenbach hat eine lange Tradition. Als Gemeinde des zum WeißenburgerMundat gehörigen Bezirkes, existierte hier schon im Mittelalter eine Art Brandschutzordnung, in welcher genau festgelegt war, wie sich die Bürger bei einem Brand zu verhalten hatten.
Doch wir wollen nicht um jeden Preis versuchen, unserer Wehr eine wieviel-hundertjährige Tradition anzuheften. Auch von dem heute leider wieder zur Gewohnheit gewordenen Brauch, das Beschaffungsdatum von Feuerwehrgeräten, einer Spritze, etc. zum Gründungsdatum der örtlichen Feuerwehr zu machen, distanzieren wir uns. Wir möchten es vielmehr mit einer vor einigen Jahren herausgegebenen Empfehlung des Deutschen Feuerwehrverbandes halten welche festlegt, dass das erstmalige Vorhandensein einer Brandschutzordnung als Gründungsdatum einer Feuerwehr angesehen werden kann.

Um es vorweg zu nehmen: Die Ursprünge der Feuerwehr in Niederschlettenbach liegen im Dunkeln. Im gesamten 18. Jahrhundert findet sich kein Hinweis auf das Brandschutzwesen in der Gemeinde, ausgenommen die herrschaftlichen Ordnungen bei Waldbränden. Erste Bemühungen in Sachen Brandschutz sind erst in napoleonischer Zeit erkennbar. Die Munizipalverwaltungen werden verpflichtet, sich um den Brandschutz zu bemühen und entsprechende Geräte bereit zu halten. Doch die Beschaffungen orientieren sich an der Finanzkraft der Gemeinde. So lesen wir im Schlettenbacher Gemeinde-Budget aus dem Jahre 1803 unter dem Titel: ‚Unterhaltung der Feuerspritze': "Haben keine!"

Unter bayerischer Verwaltung ab 1816 ist man bemüht, einheitliche Regularien im ganzen Königreich für den Brandschutz zu schaffen. Dies betrifft sowohl Organisation, als auch Gerät der Feuerwehr. Wir können davon ausgehen, dass in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in Niederschlettenbach eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt wurde, ohne dass wir im Moment aus dieser Zeit eine Brandschutzordnung besitzen. Eine Quittung aus dem Gemeindearchiv lässt jedoch eine solche für diese Zeit erahnen:

"30.Dezember 1825.
Der Adjunkt Jakob Kunz holt für die Gemeinde Niederschlettenbach Feuer Aimer aus Pirmasens ab."

 

Über Gliederung der Kräfte, Anzahl und Art des Gerätes oder Feuerwehrhauses besitzen wir leider keine Nachricht. Vermutlich ist das spärliche Löschgerät im Schlettenbacher Schulhaus oder Gemeindehaus untergebracht. Als Löschwasser wird, wie man leicht vom "Gerät" aus obiger Quittung schließen kann, der durchs Dorf fließende Erlenbach und die Dorfbrunnen benutzt. Mit Fuhrwerken wird in Kübeln und Fässern das Wasser herbei geschafft. Oft bekommt die erste Fuhre, die am Brandherd mit Wasser eintrifft, eine Prämie oder Belohnung. Zur Alarmierung der Wehr dienen die Kirchenglocken. Die Löschtaktik mittels Eimer-Ketten setzt natürlich eine genügend große Feuer-Mannschaft voraus.

Technik hält im Jahre 1881 bei der Schlettenbacher Wehr Einzug. Wie aus einem alten Inventarbuch hervor geht, kauft die Gemeinde in diesem Jahr eine neue Feuerspritze. Dies war ein hand- oder pferdegezogener vierrädriger Karren mit handbetriebener Saug- und Druckspritze, wie sie zum Beispiel noch in Bobenthal vorhanden ist. Da ein solches Gerät die Gemeinde eine Stange Geld kostet können wir davon ausgehen, dass die Anschaffung auf Druck der Regierung und der in diesem Jahr neu erlassenen Brandschutzordnung getätigt wird. Die Spritze wird später verschrottet, das Fahrwerk zu einem landwirtschaftlichen Fuhrwerk umgebaut.

1881 erfahren wir auch, wo sich damals das Spritzenhaus befindet. In den Schlettenbacher Kirchenrechnungen von 1881 finden sich Rechnungen über Renovierungsarbeiten an der Pfarrscheune. Danach werden im Dezember 1879 "2 neue Tore, davon ein neues Lattentor für die Spritzenremise für 36 Mark, Beschläge für das Spritzenhaustor mit 4 starken Bändern, Stützkloben, Schubriegel, Schloss und Schlüssel für 15 Mark" ausgegeben. Das Spritzenhaus befindet sich demnach auf der Südseite der Pfarrscheune. Weitere Anschaffungen werden 1883 mit 2 Dachleitern und 1885 mit 10 weiteren Feuereimern getätigt.

Feuerwehrhaus 1879



Um das Jahr 1895 erfahren wir aus dem Pfarrgedenkbuch von einem Feuerwehreinsatz. Pfarrer Nikolaus Redelberger berichtet hierbei, dass am 25. Juli das Haus des Tagners Daniel Bosch abbrennt. Das Haus befand sich an der heutigen nördlichen Ecke Hauptstr./Kirchstr. Zum Löschen wird das Wasser des auf dem Plätzel stehenden Dorfbrunnens genutzt. Der Pfarrer berichtet weiter, dass dort das Wasser jedoch nicht ausreichte, weshalb die Leute den Brunnen im Pfarrhof nutzten, der mehr Wasser lieferte, als der Dorfbrunnen.

1895 und dann 1907 erlässt das königliche Bezirksamt Pirmasens eine "distriktspolizeiliche Feuerlöschordnung für die Gemeinden des Amtsbezirks Pirmasens". Danach besteht eine allgemeine Verpflichtung der Dorfbewohner zur Hilfeleistung bei Brandfällen. Feuerwehrpflichtig sind alle männlichen Einwohner vom 20. bis 50. Lebensjahr. Die Wehr gliedert sich damals in die Wehrleitung (Kommandant, Adjunkt), welcher ein Hornist beigegeben ist, die Steigermannschaft (Retten und Löschen), Spritzenmannschaft (Bedienung der Löschmaschine), Wassermannschaft (Beischaffung des Wassers) und die Ordnungsmannschaft (Absperrung und Bewachung der Brandstelle).

Im Jahre 1900 errichtet die Gemeinde in den Pfarrwiesen (heute etwa Gaststätte "Schulhaus") ein neues Spritzenhaus in der Größe 8 x 3,4m.

Feuerwehrhaus 1930



Laut Rechnung der Gemeinde wird zur Alarmierung der Wehr am 28.11.1925 ein neues Feuerwehr-Signalhorn gekauft, welches heute noch vorhanden ist.

1933 wird das Spritzenhaus um einen Wachraum auf eine Länge von nunmehr 11,20m erweitert. Im gleichen Jahr erfährt die Wehr mit dem Bau der Wasserleitung im Ort eine entscheidende Änderung. Nun stehen der Feuerwehr neben den öffentlichen Gewässern zusätzlich einige Überflurhydranten zum Löschen zur Verfügung.

Um diese Löschwasserquelle auch effektiv zu nutzen, wird im folgenden Jahr ein Schlauch- und Hydrantenwagen beschafft. Rechnung der Gemeinde Niederschlettenbach vom 28.6.1934: "1 Schlauch- und Hydrantenwagen Nr. 200b, natur lackiert, mit Aufschrift ‚Niederschlettenbach', 10 x Normal-Hydranten-Hanfschlauch "Reform-Hochdruck-Extra" 52mm, 2 Strahlrohre für insgesamt 190,- RM" von Firma Ohlinger/Kaiserslautern.
Während des Zweiten Weltkrieges ist das Dorf geräumt, was noch erhalten war wird durch den "Wiederaufbau" zerstört. Aus dieser Zeit besitzen wir keine Nachrichten über die Feuerwehr.

Nach dem Krieg sieht es trostlos aus bei der Schlettenbacher Feuerwehr. Der Inspektionsbericht 1951 führt zwar 28 Mann auf, doch der Ausbildungsstand ist schlecht, ein Gerätehaus ebenso wenig vorhanden, wie ein Fahrzeug oder eine Spritze. Überhaupt fehlt es am Gerät. Im gleichen Jahr noch reagiert die Gemeinde, erlässt eine neue Brandschutzordnung und beschafft das notwendigste Gerät. Nun ist die Wehr einigermaßen ausgerüstet, doch es fehlte noch ein Gerätehaus.

Im Jahre 1950 beginnt die Gemeinde in den Pfarrwiesen ein neues Schulhaus zu errichten, welches am 7.9.1952 eingeweiht wird. Auf der Nordseite des Schul-Anbaues wird ein Feuerwehrgerätehaus mit Schlauchtrockenturm eingerichtet, auf dem Dach eine elektrische Sirene installiert.

7.8.1956: Brand im Anwesen Ludwig Mertz in der Hauptstraße.

Im Jahre 1961 kauft die Gemeinde einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA). Der Hänger trägt eine Motorspritze TS 8/8. Erstmals ist die Feuerwehr jetzt in der Lage, freie Gewässer überhaupt und die Ortswasserleitung besser als Löschwasserquelle zu nutzen.

Nach Bildung der Verbandsgemeinde Dahn 1972, wird am 1.7.1974 der Feuerschutz der Verbandsgemeinde übertragen. Damit geht das bis dahin gemeindeeigene Feuerwehrhaus mit allen Geräten in das Eigentum der Verbandsgemeinde Dahn über.

23.2.1976: Nachdem bisher nur eine Pflichtfeuerwehr bestand, wird erstmals eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Hans Schwögler wird von Ortsbürgermeister Herbert Meyerhöffer zum Wehrführer ernannt. Im gleichen Jahr schließt die Niederschlettenbacher Schule. Das Gemeindebüro wird jetzt von der Feuerwehr als Unterrichts- und Aufenthaltsraum genutzt.

Truppe 1976



14./15.8.1976: Erstes Feuerwehrfest

Der gebrauchte VW-Bus der Feuerwehr Bundenthal geht am 15.4.1978 an die Feuerwehr Niederschlettenbach - die Wehr ist erstmals mobil. Der eigene TSA wird an die Feuerwehr Petersbächel abgegeben.

29./30.9.1979: Verbandsgemeinde-Feuerwehrfest in Niederschlettenbach

Bei einem Brand im Schulhaus am 14.10.1981 entsteht Sachschaden in Höhe von 150.000,-DM. Bei einem Kameradschaftsabend im Pfarrheim wird zusammen mit Ortsbürgermeister Meyerhöffer, Wehrleiter Link und KFI Loreth das 5-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr gefeiert. Norbert Grießmer wird Vorstandsmitglied im Kreisfeuerwehrverband.

Truppe 1978



Die Feuerwehr holt am 31.3.1982 in Giengen ihr neues TSF, ein VW LT 31, ab. Am 14.4.1982 wird Wehrführer Hans Schwögler durch Bürgermeister Aeckerle zum neuen Wehrleiter der Verbandsgemeinde ernannt. Er wird Nachfolger von Günter Link/Dahn. Beim Feuerwehrfest am 20./21.6.1982, wird Albert Nagel von Aeckerle zum neuen Wehrführer ernannt. Gleichzeitig werden erstmals alle stellvertretenden Wehrführer der VG ernannt, für Niederschlettenbach Norbert Grießmer.

Am 14.1.1983 wird im Pfarrheim der Förderverein der Feuerwehreinheit Niederschlettenbach e.V. gegründet. Es ist der 1. Förderverein in der VG Dahn. Erster Vorsitzender wird Gerno May. Das bronzene Feuerwehrleistungsabzeichen wird am 1.10.1983 von 9 Mann in Münchweiler erworben.

Unter Wehrführer Nagel wird nach 3-monatiger Probezeit am 8.2.1984 im Pfarrheim eine Jugendfeuerwehr gegründet. Erster Jugendfeuerwehrwart wird Heinz Hoff.

Im Januar 1985 wird in das TSF ein Funkgerät 8b eingebaut, wir sind ab jetzt unter "Florian Niederschlettenbach 31" erreichbar.

Wehrleiter Hans Schwögler wird am 25.8.1986 in Contwig als Nachfolger von Franz Loreth von Landrat Hans-Jörg Duppré zum neuen Kreisfeuerwehrinspektor des Landkreises Pirmasens ernannt. Erste Kontakte zur Partnerwehr in Bettendorf werden 1986 bei einem Fußballspiel und Grillabend im Pfarrheim geknüpft. Reparaturarbeiten am Gerätehaus. Nach dem Umbau Pfarrheim, hat die Feuerwehr dort einen Ausbildungs- und Aufenthaltsraum.

1987: 1. Ausflug nach Bettendorf.

Im Rahmen eines Kameradschaftsabends wird 1991das 15-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Niederschlettenbach begangen.

Feuerwehrgerätehaus wird 1994 in Eigenleistung renoviert und neue Spinde beschafft. Der Förderverein stiftet einen Arbeitsscheinwerfer und eine Leiter.

1996 werden wir mit Atemschutz versorgt und erhalten 2 PA-Geräte mit Ersatzflaschen. Gerno May wird die Ehrennadel des Jugendfeuerwehrverbandes Rheinland-Pfalz verliehen.

Kamerad Udo Mertz wird im Herbst 1997 zum neuen Wehrführer der Stadt Bad Bergzabern ernannt.

Der Förderverein beschafft 1997 drei neue Handfunkgeräte für die Feuerwehr.

1998 neue Tragkraftspritze TS 8/8.

1999 denkt die Verbandsgemeinde laut über die Auflösung der kleineren Feuerwehreinheiten nach, auch unsere Wehr ist davon betroffen. Eine direkt einberufene Versammlung des Fördervereins, sowie eine machtvolle Demonstration von ca. 300 Feuerwehrleuten bei der Verbandsgemeinderatssitzung, verhindern das Vorhaben. Einen kompletten Greifzug stiftet uns der KFI.

2000 neue Nomex-Einsatzkleidung für die gesamte Mannschaft.

Im Rahmen des Sommerfestes 2001 wird das 25-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr gefeiert.

Im Jahre 2002 erhält die Wehr von der VG eine neue Kettensäge mit Schutzausrüstung. Kurz vor seinem 51-Geburtstag stirbt der stellvertretende WeFü Norbert Grießmer. Ihm folgt im Amt Harald Schreiner.




Kommandanten und Wehrführer

1906

Karl Rink

Karl Rink

1907

Josef Schreiner

-

-

Josef Kreb

Josef Kreb

1920 - 1938

Josef Grießmer

Josef Grießmer

-

Josef Müller

Josef Müller

1947 - 1949

Karl Mangin

Karl Manging

1949 - 1957

Heinrich Hoff

Heinrich Hoff

1958

Rudolf Lamotte

Rudolf Lamotte

1959 - 1971

Theo Frey

Theo Frey

1971 - 1976

Wilfried Zwick

Wilfried Zwick

1976 - 1982

Hans Schwögler

Hans Schwögler

1982 - 2007

Albert Nagel

Albert Nagel

seit 2007

Harald Schreiner

Harald Schreiner