Nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes liegen die Ergebnisse der repräsentativen Wahlstatistik zur Europawahl vom 13. Juni 2004 im Freistaat Sachsen vor. Seit der Europawahl 1999 ist die Zahl der Wahlberechtigten um 36 300 auf
3 562 500 gesunken. Dabei hat sich die Altersstruktur infolge der demographischen Entwicklung im Freistaat Sachsen verändert.
Der Anteil der über 6o- Jährigen ist um 95400 gestiegen und erreichte einen Anteil von 35
Prozent. Damit kommen auf einen Wahlberechtigten unter 3o Jahre zwei über 6o- Jährige. Obwohl in Sachsen gleichzeitig Kommunalwahlen durchgeführt wurden, gab es mit 43,5 Prozent die geringste Wahlbeteiligung bei der Urnenwahl seit 1994. In aller Altersgruppen der Männer und
Frauen hat die Wahlbeteiligung stark abgenommen. Die niedrigste Wahlbeteiligung hatten junge Frauen vor 21 bis 25 Jahre (29,2 Prozent ), die höchste
Wahlbeteiligung Männer über 70 Jahre (53,9 Prozent ). Bei den Europawahlen vor zehn Jahren lag die Wahlbeteiligung in den Altersgruppen noch zwischen 51 und 81 Prozent (1999 zwischen 34 und 66 Prozent ). 5,6 Prozent der Wahlberechtigten, insbesondere ältere Bürger beantragten einen Wahlschein. Folglich war jeder zweite Briefwähler über 60 Jahre. Aufgrund der Altersstruktur der Wahlberechtigten und die mit zunehmendem Alter höhere Wahlbeteiligung kamen bei der Europawahl in Sachsen auf eine Stimme der Wähler bis 25 Jahre fünf Stimmen von über 6o- Jährigen. Von dieser Verteilung des Wählerpotentials profitierten vor allem die großen Parteien. Wähler ab 60 Jahre gaben überdurchschnittlich ihre Stimme der CDU, PDS oder SPD. Die jüngeren Wähler dagegen entschieden sich häufiger für die GRÜNEN, die REPUBLIKANER oder die FDP. Für die CDU und SPD gab es im Vergleich zur Europawahl 1999 deutliche Stimmenverluste in allen Altersgruppen. Während mit 17,6 Prozentpunkte die CDU die höchsten Verluste bei den jüngsten Wählern hatte, musst die SPD bei den älteren Wählergruppen Verluste von fast zehn Prozentpunkten hinnehmen. Die PDS dagegen konnte einen Zuwachs von 6,3 Prozentpunkten bei den über 6o- jährigen Wählern erzielen. Bei der FDP
und den GRÜNEN dominiert dagegen der Anteil der jungen Wähler bis 35 Jahre. Von diesen entschieden rund elf Prozent für die GRÜNEN fast neun Prozent für die FDP,
mit zunehmendem Alter sanken die
Stimmanteile auf jeweils rund drei
Prozent.
Über 100 000 Wähler (6, 6 Prozent ) überwiegend Männer (67 Prozent ) wählten rechte Parteien. Rund zehn Prozent der männlichen Jungwähler gaben ihre Stimme der NPD, über sechs Prozent der 35 bis 6o-jährigen Männer wählten die
REPUBLIKANER. Den höchsten Stimmenzuwachs erzielten die sonstigen Parteien insgesamt. In allen Altersgruppen gab es Gewinne zwischen sechs und neun Prozentpunkten. 22 Prozent der jüngsten Wählerinnen entschieden sich für eine
sonstige Partei.
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| Stand: Juli 2004
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