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Ehrenbürger
Dr.Sigmund Jähn
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Dr.Sigmund Jähn
• 13. Februar 1937 in Morgenröthe- Rautenkranz/ Vogtl. geboren
• Familienstand: verheiratet, 2 Kinder
• 1943- 1951 Volksschule in Morgenröthe- Rauthenkranz
• 1951- 1954 Lehrausbildung als Buchdrucker in Klingenthal/ Vogtl.
• ab 1955 Militärdienst in den Luftstreitkräften der ehemaligen DDR
• 1955- 1958 Offiziersschüler an der Fliegerschule
• 1958- 1966 Offizier an einer Jagdfliegerstaffel
• 1966- 1970 Studium an der Militärakademie Monino der Luftstreitkräfte der UdSSR
• 1970- 1976 Inspekteur für Jagdfliegerausbildung bzw. für Flugsicherheit im Stab der Luftstreitkräfte
• 1976- 1978 Kosmonautenausbildung im sowjetischen "Sternenstädtchen " bei Moskau
• 26.8.- 3.9.1978 Teilnahme am Raumflug UdSSR/ DDR, Sojus 31/ Salut 6/ Sojus 29
• 1983 Promotion zum Dr.rer.nat. am Zentralinstitut für Physik der Erde, Potsdam auf dem Gebiet der Fernerkundung der Erde.
• seit 1990 im russischen Kosmonautenausbildungszentrum als freier Berater für das Astronautenzentrum der DLR und seit 1993 auch für die ESA (European Space Agency ) tätig
• zahlreiche Publikationen zu Fragen der Fernerkundung und der Entwicklung der bemannten Raumfahrt; Buch "Erlebnis Weltraum " (1983 )
 Am 26. August 1978 hatten die Medien in Deutschland 2 Sensationen zu melden:
1. Der erste Deutsche hatte die Erdatmosphäre verlassen und umrundete unseren Globus
2. Dieser Kosmonaut kam aus der DDR und war Offizier der NVA
Sigmund Jähn, diesen Namen kannte seit diesem Tag jedes Kind in der DDR. Der sympathische Jagdflieger avancierte innerhalb einer Woche zum Medienstar in der DDR.
Nach einwöchigem Aufenthalt in der sowjetischen Raumstation Salut 6 landete die Besatzung von Sojus 31, Waleri Bykowski und Sigmund Jähn, wohlbehalten in der kasachischen Steppe. Es war geschafft, doch für den Deutschen, der nun Held wider Willen geworden war, sollte der Streß erst richtig beginnen. Er mußte in unzähligen Veranstaltungen auftreten, wurde von Schulen, Arbeitskollektiven und Organisationen eingeladen und mußte immer wieder Fragen über Fragen beantworten.
Alle, die ihm persönlich begegneten, lernten einen bescheidenen und liebenswürdigen Menschen kennen, der er bis heute geblieben ist.
Der Flug des sowjetischen Raumschiffes Sojus 31 mit Kommandant Waleri Bykowski und Forschungskosmonaut Jähn war auch ein Politikum. Die DDR feierte ihren Helden überschwenglich, im Westen kommentierten manche mit Häme. So schrieb die "Süddeutsche Zeitung " am 29. August 1978: "Zum erstenmal wird im Weltraum deutsch gesprochen, wenn auch mit sächsischem Akzent, was die Sache gleich wieder etwas ins Komische zieht, so daß wir sie nicht ganz so ernst nehmen müssen. Der erste richtige Deutsche soll schließlich erst 1980 mit einem amerikanischen Spacelab- Raumschiff in den Weltraum fliegen. "
Dabei kam der Flug Jähns nicht unerwartet. Schon viele Jahre hatte sich die DDR am Interkosmos- Programm der sozialistischen Länder beteiligt. Die in Jena entwickelte Multispektralkamera MKF 6 galt seinerzeit als bestes "Weltraum- Auge ". Mehr als 100 Geräte in den sowjetischen Raumschiffen, 150 Apparate in den Kontrollzentren am Boden sowie Technik für Satelliten und Wetterraketen waren "Made in GDR ". Deutsch avancierte nach russisch, englisch, tschechisch und polnisch zur fünften "Weltraumsprache ".
Bei ihrer Arbeit in der Weltraumstation Salut 6 absolvierten Bykowski und Jähn gemeinsam mit der damaligen Salut- Stammbesatzung ein Programm mit mehr als 20 Experimenten. Dabei ging es unter anderem um die Produktion neuer Werkstoffe bei Schwerelosigkeit. Auch über den Alltag an Bord und seinen Blick auf die Erde informierte Jähn seine Landsleute. Er berichtete von Korallenriffen im Stillen Ozean und der Aussicht auf den höchsten Berg der Erde.
Die schönste Aussage Jähns über seinen Flug in den Orbit ist mittlerweile auch im Internet nachzulesen: "Schon vor meinem Flug war mir bewußt, wie klein und verletzbar unser Planet ist. Aber erst als ich ihn vom Weltraum aus sah, in all seiner unglaublichen Schönheit und Zartheit, erkannte ich: Die dringendste Aufgabe der Menschheit besteht darin, für die Erde liebevoll zu sorgen und sie künftigen Generationen zu bewahren. "
Am 25.09.1978 wurde ihm für seinen Verdienst die Ehrenbürgerschaft der Stadt Chemnitz verliehen.
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