Borg Story Teil 2 - Bittere Wahrheit
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"Aufzeichnungen der Einheit Eight of Ten - Unterkreuzung von Unimatrix 425. Seit drei Tagen befindet sich Kralle in einem Speziallabor. Paura versucht daher weitere Kontrolle über diese Drohne zu erlangen. Ihr mangelt es an Verständnis für die Situation dieser Einheit. Ihre Versuche sind gescheitert, ihre Vorschläge wurden abgelehnt. Die Kommunikation mit ihr wird auf das nötigste beschränkt. Eight of Ten muss sich auf eine langfristige Trennung vom Kollektiv einstellen. Ebenfalls muss sie auf der Erde bleiben, dem Hauptsitz der Föderation. Barmherzigkeit der Föderation, Mitgefühl der Föderation, Werte, die dieser Drohne vermittelt werden sollen. Individualität wurde ihr aufgezwungen... Der körperliche Zustand von Eight of Ten ist akzeptabel. Die Fehlfunktionen wurden behoben. Eintrag beendet, aktiviere Sicherheitscode." Sie trägt eine dunkle, an den Ärmelenden mit Nieten besetzte Jacke und passend dazu schwarze Handschuhe. Ihr kurzes Haar hat einen strengen Seitenscheitel, ihre Seiten und der Hinterkopf sind noch kürzer. Ten steht unter einer alten Eiche und beobachtet die Umgebung. Die meisten Personen sind Sternenflottenangehörige mit Uniformen. Ten kann auch einige Jugendliche ausmachen. Ihre Kleidung ist unterschiedlich. Manche tragen klingonische Mode. Ihre düstere Kleidung kann also nicht auffallend wirken. Sie hatte längere Zeit überlegt, wie ihr Erscheinungsbild unauffällig wirken würde. Unschlüssig betrachtet sie die Wege. Eine künstlich angelegte Umgebung, um Ruhe zu vermitteln. Die meisten Kieswege führen weiter in den Park hinein und durch ihn hindurch. Ein anderer führt an einem See entlang. Fast alle Holzbänke an den Seiten sind besetzt. Ten verläßt ihre Deckung hinter dem Baum und entscheidet sich für einen weniger belebten Weg, der an einem roten Blumenbeet liegt. Spazieren gehen. Eigentlich hatte sie nicht vorgehabt Dreys Ratschlag zu befolgen. Sie hört die Jugendlichen lachen. Sie steckt die Hände in die Jackentaschen und geht etwas schneller von ihnen weg. Zwei Kadetten kommen ihr entgegen. Ten sieht zur Seite, aber sie beachten sie kaum und reden weiter. Niemand nimmt Notiz von ihr. Sie erscheint den Personen normal. Ten geht nun langsamer weiter. Über den Park fliegt ein Shuttle hinweg. Von irgendwoher weht ein leichter Wind. Sie hört Vögel zwitschern. Sie hat sich angepasst und wird nicht als Borg erkannt. |
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Sie hatte sich geirrt. Dies scheint der am meisten besuchte Ort zu sein. Der Weg führt zu einem großen Platz mit einem Springbrunnen. Auf ein paar künstlich angelegten Hügeln sitzen verschiedene Gruppen Jugendlicher. Ein paar von ihnen laufen mit hochgekrempelten Hosen durch das Wasser. Als sie näherkommt hört sie Musik. Sie bleibt stehen und überlegt, ob sie umkehren soll. 'Eight of Ten hat sich für einen Spaziergang angepasst. Sie hat Angst vor der Reaktion der Leute auf eine Drohne. ' Nach dieser Erkenntnis geht sie langsam weiter. "Wir wurden auf einem taktischen Langstreckenkubus eingesetzt. Die Sphäre wurde abgekoppelt, da wir uns mit einem anderen Kubus treffen und verbinden sollten. Dort sollten wir bei größeren Reparaturen helfen. Unterwegs wurden wir von den Fremden angegriffen. Diese Information läßt sich auch in den Datenknoten finden." "Ich möchte es nur gerne von dir hören. Der Kontakt zum Hive ist abgebrochen:" "Ja." Die Stimmen waren fort. Ein Alarmsignal hallte durch den Gang. Als sie aus dem Alkoven trat, stieß sie fast mit einer Drohne zusammen. Chaos. Er lief weiter ohne sie zu beachten. Drey wartet einen Moment schweigend ab, sieht auf sein Padd. "Darüber zu reden würde dir wirklich gut tun." "Wir aktivierten den Transwarp-Antrieb um Abstand zu dem Schiff zu gewinnen und die Verbindung zum Kollektiv wiederherzustellen." Sie ging zu einer Konsole und aktivierte sie, indem sie ihre Hand darauf legte. Sie sah das Schiff auf dem Bildschirm und las die Statusmeldungen ab. Sie sah wie die Phaser von dem Schiff zurückgeworfen wurden. Sofort ging ein weitere Erschütterung durch die Sphäre. "Der Kanal war instabil. Ich tat mein bestes, konnte aber nicht verhindern das wir mehr oder weniger auf dem Planeten abstürzten." "Du warst an einer Konsole?" fragt Drey interessiert. "Ja,... ich versuchte die Schilde zu verstärken." "Denkst du, du hättest etwas ändern können? Etwas anders machen? Egal was man getan hätte, der Kanal wäre mit Sicherheit auch kollabiert." "Ich benötige keine Aufmunterung.", sagte sie kaum hörbar. "Was war nach dem Absturz? Was habt ihr in der Zeit gemacht?" "Wir versuchten eine Kommunikationsbarke zu bauen. Meine Gesundheitszustand verschlechterte sich sehr schnell." "Was hast du auf dem Planeten erlebt? Was hast du gefühlt?" Ten überlegt kurz. "Ich wurde medizinisch versorgt und wartete auf die Reassimilierung." Drey sucht nach weiteren Fragen auf seinem Padd. Schließlich legt er es beiseite. "Wie ich sehe hast du eine neue Frisur." "Meine Haare sind nun vollständig wiederhergestellt. Ich mußte Ordnung hineinbringen." "Es steht dir." "Das ist ohne Bedeutung." "Finde ich nicht." Ten antwortet nichts darauf. "Hast du eigentlich mal einen Spaziergang gemacht?" Ten nickt. "Ja." "Wie war ´s?" "Ich fühlte mich... unwohl. Es war eine ineffiziente Tätigkeit." "Warst du allein?" "Ja." "Mit jemanden zusammen macht es bestimmt mehr Spaß. Man kann sich unterhalten, sich hinsetzen, eine Pause machen." Ten antwortet wieder nicht, zieht nur eine Braue hoch. "Vielleicht irgendwann mal wieder", sagt Drey. "Was ist mit dem Aufenthaltsraum?" "Ich war noch nie da." "Du isolierst dich zu sehr. Irgend etwas muss dir doch Spaß machen." "Wir werden sehen." Ihr Blick sagt etwas anderes. "Du kannst hier nicht nur so rumhängen!" Überrascht von Dreys Wortwahl hebt Ten eine Braue. "Du mußt doch irgend etwas anzufangen wissen mit deiner Zeit." "Im Kollektiv hatte ich spezielle Aufgaben. Hier wird mir nichts vorgegeben. Keine sinnvollen." Drey überlegt einen Moment. "Du kannst doch mal Paura fragen. Sie hat bestimmt ein bißchen Arbeit für dich." "Hier, du kannst diese Daten überspielen." Paura legt einen Stapel Padds auf den Tisch. Eight of Ten nimmt das obere und gibt es in das Computerterminal ein. Paura sieht ihr über die Schulter, nimmt einen Schluck Kaffee. "Drey sagt, du sollst mehr mit den anderen reden, auch mal im Aufenthaltsraum sein." "Kein Interesse." "Dein Verhalten ist auffällig für ihn, unkooperativ. Versuchs doch mal", sagt Paura noch immer freundlich. "Nein Danke", erwidert Ten, tippt weiter. "Ich habe bereits einige seiner Auflagen befolgt." "Sie alle wollen dir nur helfen." Ten dreht sich um. "Das weiß ich." Ten zögert einen Augenblick. "Ich habe ja gesehen, wie." Sie wendet sich von Paura ab, sieht auf den Bildschirm. Paura bleibt noch kurz hinter ihr stehen, stellt die Kaffeetasse laut auf den Tisch, verläßt das Quartier. |
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Ten assistierte einer der drei Drohnen beim Bau der Barke. Die Biomaterie der toten Drohne war zum Feuer gebracht worden. Sie diente Ernährungszwecken. Der Borg aktivierte das Signal. Für einen Moment sah sie einen grellen Lichtblitz. Das vierte mal in dieser Stunde. Sie berührte ihre Linse. Das normale Bild stellte sich wieder ein. "Wir müssen das Notsignal verstärken. Helfen sie mir", sagte der Borg zu Eight of Ten. Sie reagierte nicht, sondern sah zu den Drohnen. Ein paar Borg hatten sich von der Gruppe am Feuer gelöst und kamen auf sie zu. Eine der Drohnen identifizierte Ten als Klingonen. "Was soll das?", fragte er laut und zeigte auf die Barke. "Nennen sie ihre Absichten", befahl ihm ein Borg. "Erinnern sie sich nicht? Die haben wir alle bekämpft!" war die Antwort von einem Borg aus der Gruppe. "Wir sind Borg." "Ist das ihr Arm? Nein. Ist das ihr Name? Nein. Die Borg sind unsere Feinde. Deaktivieren sie das Signal!" Er kam näher. Die Borg standen unschlüssig herum, ob sie etwas unternehmen sollten. Ten hatte alles mit wachsender Alarmiertheit beobachtet. "Wir sind Borg. Diese Kommunikation ist irrelevant", versuchte sie die Drohnen zu beruhigen. Sie bemerkte das zittern in ihrer Stimme. "Wir sind keine Borg", sagte eine weibliche Drohne aus der Gruppe. Ihre Stimme klang sanft. "Und du auch nicht." Ten stellte sich vor die Barke. "Initiiert eure Sekundärprotokolle", murmelte sie fast. Keine der Drohnen hörte auf sie. "Geh uns aus dem Weg!" Der Klingone war aggressiver geworden. "Wir müssen ins Kollektiv zurückkehren!" Der Borg machte einen Schritt auf sie zu. Eight of Ten hob ihren Arm um ihn abzuwehren. "Regenerationszyklus unvollständig", sagt eine monotone Computerstimme. Eight of Ten tritt die Stufe hinunter. Ihr ist kalt. Ten sieht sich um. Der Himmel ist bewölkt, es wird bald Regen geben. Es ist kühl. Sie hatte nach dem Gespräch kein Bedürfnis mehr verspürt, ihrer Arbeit nachzugehen. Ihre Regeneration brach sie ebenfalls ab. Sie befindet sich in einem Zustand der emotionalen Aufgewühltheit, dieses muss behoben werden. Sie geht über die Straße und nimmt den Weg durch den Park. Sie steckt ihre Hände nicht in die Jackentsche und registriert die Reaktionen der Leute auf ihr Exoskelett. Mitleidige Blicke, Neugier, Ablehnung. Sie fühlt sich unwohl. Aber ich bin Borg. Die Individuen sind irrelevant. Unbedeutende Meinungen. Sie haben keine Vorstellung von Harmonie, dem großen Ganzen das diese Implantate verkörpern. Sie fühlt sich besser und ignoriert die weiteren Personen, die ihr entgegenkommen. Immer weniger Menschen trifft sie im Park, je tiefer sie sich hinein begibt. Es setzte ein starker Wind ein. Die Ruhe des Parks entspannt sie. Sie sieht zu den Bäumen auf, die schon Jahrhunderte überdauert haben. Auf ihrem Gesicht liegt so etwas wie Faszination. Groß und mächtig. Dann, eher als sie es erwartet hat, setzt der Regen ein. Innerhalb von Minuten ist sie völlig durchnässt. Der Regen wird dichter und erschwert ihre Sicht. Sie befindet sich ungefähr 20min von ihrer Wohnung entfernt. Sie überlegt. Es wäre vernünftiger sich im Schutz der Häuser weiterzubewegen. Sie sucht den nächsten Ausweg aus dem dichten Park. Das beleuchtete Cafe taucht direkt vor ihr auf. Musik dringt nach draußen. Sie merkt, wie sie die Nieten ihrer Jacke herumdreht. Nervösität war irrelevant. Sie stellt diese Angewohnheit schon das zweite mal fest. Sie sieht sich um, sucht Punkte, an denen sie sich orientieren kann. Es wäre besser den Regen abzuwarten. Sie starrt durch die Scheibe. Einige Jugendliche sitzen dort. Es sind noch genügend Tische frei. |
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Ein scharfes Skalpell durchtrennte die Haut und dünnes Metall. Eight of Ten schrie vor Schmerz auf. Sie umklammerte ihre Hand und sank im gleichen Moment kraftlos auf die Knie. Sie sah auf ihre blutige Hand. Ihr Blick verschwamm. Sie drehte ihren Kopf in Richtung der Barke und sah, wie eine weitere Drohne kämpfte. Alle anderen waren gegen sie. Zwei Drohnen packten sie an den Armen und schleiften sie fort. Der Lichtschein des Feuers entfernte sich immer weiter. Es war dunkel und kalt geworden. Die Drohnen aktivierten ihre roten Suchstrahler. Sie ermittelten ein größeres Trümmerstück und ließen sie dort los. Sie fiel mit dem Gesicht auf den harten Boden. Die beiden Borg-Drohnen entfernten sich. Stille. Chaos. Schmerz. Ihr visueller Sensor übermittelte ihr weiße Lichtblitze. Sie öffnete das organische Auge. Das unrhythmische Flackern hörte auf, die Umgebung blieb weiß. Sie konnte nur einige Konturen wahrnehmen. Langsam richtete sie sich auf. Ihre Implantate mußten regeneriert werden. Sie benötigte Energie. Neben ihr lag das Trümmerteil. Sie drehte sich um und sah eine glatte, dunkle Fläche, an der sie sich anlehnen konnte. Sie hielt ihre Hand weiter fest. Sie spürte wie etwas Warmes darüber rann. Eine eigenartige Taubheit hatte sich ausgebreitet. Ihre andere Hand zitterte und sie schaffte es nicht, sie ruhig zu halten. Das Exoskelett fühlte sich unangenehm kalt an, wie der Rest ihrer äußeren Panzerung. Diese Temperatur wirkte sich negativ auf ihre Körperfunktion aus. Jede Bewegung ging schwer. Sie starrte auf die dampfende Luft die sie ausatmete. Ihr Okular stellte ihr schwarze Nebelschwaden in dem weiß dar. Das Schwindelgefühl setzte wieder stärker ein. Sie schloß ihr Auge. Das Bild veränderte sich kaum. "Du hast Fehlfunktionen." Unbemerkt war Five of Seven an die Borg herangetreten und riß sie aus ihrem Dämmerzustand. Ten zuckte kurz zusammen. "Unser Abstandssignal wurde deaktiviert. Die Barke wurde irreparabel beschädigt", berichtete er ihr, während er ihre Systeme untersuchte. Dann drehte er ihren Kopf zur Seite und stellte etwas an ihrem Okular ein. Kurz darauf verschwand alles vor ihrem Auge. "Ich habe das Okularimplantat deaktiviert. Dein natürliches Auge muß sich noch an die Nacht anpassen. Gegen deine anderen Schäden kann ich nichts unternehmen. Die Verletzung ist zu tief um sie mit Nanosonden zu heilen. Deine medizinischen Werkzeuge sind nicht funktionsfähig." Ten sagte nichts und sah wieder auf ihre Hand, die sie langsam wieder erkennen konnte. Sie spürte einen eigenartigen Geschmack im Mund. Blut fiel ihr ein. Five of Seven aktivierte den Phaser, der auf seinem Arm montiert war. Er zielte auf einige der kleinen Trümmerteile, die er vor sich aufgestapelt hatte und erhitzte die Stücke, bis sie anfingen zu glühen. Sofort strahlten sie Wärme aus. |