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Borgines Gedanken
 

Einige Gedanken über verschiedene Aspekte der Borg

 

Mein erster Fazit war sehr negativ, mittlerweile habe ich mich noch einmal mit der "Entwicklung" in den Borg Episoden auseinandergesetzt.

In letzter Zeit sah ich mir die Wiederholungen der alten Folgen an und musste wieder daran denken, was für ein verlorenes Potential in manchen Episoden steckte. Auch über die Charakterentwicklung könnte man sich ärgern, z.B. blieb Kes immer nur das liebe Mädchen mit kaum genutzten Kräften, wo man viel mehr aus ihr hätte machen können. Andererseits hatte man das Gefühl das Seven of Nine zu viele Folgen bekam, die zudem die Borg immer weiter entmystifizierten. Persönlich gefielen mir die Momente am besten als Seven auf das Schiff kam und die Zeit während ihrer Umwandlung in einen Menschen.
Der Rolle der Borg Königin stehe ich eher kritisch gegenüber, ein gefühlskaltes und dennoch einsames Wesen. In meiner Vorstellung ist sie eine Repräsentantin die im Laufe der Zeit immer mehr Kontrollfunktionen im Kollektiv übernahm und dabei noch einen Teil ihrer eigenen Persönlichkeit besaß.

Zuerst einmal, was mich an den Borg fasziniert:

Wie können sie entstanden sein? Aus was für einer Gesellschaftsform könnten sie sich entwickelt haben? In meiner Vorstellung waren es technologisch hoch entwickelte Staaten, in denen die Konzerne mächtiger waren als die Regierungen. Der einzelne war bedeutungslos geworden. Die Kluft zwischen EArm und reich wurde immer reicher. Irgendwann wurden einzelne Arbeitsgruppen miteinander vernetzt, so dass es ihnen möglich war ihre Gedanken zu teilen. Zuerst stand diese Technik nur der Elite zur Verfügung, Wissenschaftler, Politikern und Reichen. Dieses Phänomen breitete sich aber in allen sozialen Schichten aus. Man begann wieder an das Wohl vieler und nicht an das Wohl des einzelnen zu denken. Die Straßenschlachten hörten auf, dann Kriege und Hunger. Bald war der ganze Planet von dem System eingenommen, in dem jeder seinen Platz hatte. Jeder leistete seinen Beitrag, der Bauer so wie der Techniker oder Arzt. Es gab die Möglichkeit sich auszuklinken, aber es war viel schöner mit allen zusammen zu sein und nicht allein daneben zu stehen. Die Programmierung des Netzwerks wurde ergänzt, es gab noch einige Server. Es gab schon Kritik an dem System, wie etwa Gedankenkontrolle, aber es wurde weiterhin eingesetzt, vor allem weil es sich bei Freidensgesprächen bewährte. Bis auf wenige Gruppierungen war nun die ganze Welt an das System angeschlossen. Man strebte nun nach höheren Zielen, Geld und Macht waren unbedeutend geworden. Hatte man schon vorher gewisse Körperfunktionen durch Implantate verbessert, wurden nun auch gesunde Gliedmaßen durch Implantate ersetzt, um die Effizienz zu steigern. Das äußere Erscheinungsbild wurde dabei unwichtig. Es war eine Leistungsgesellschaft. Fast unmerklich nahmen Interessen wie Musik, Sport, die üblichen Hobbies ab. Man hatte ja alles in seinen Gedanken und konnte es durch Implantate erzielen. Die Gemeinschaft strebte nach höheren Zielen. Die Gemeinschaft traf auf eine andere Spezies, deren Technologie sie näher an ihr Ziel bringen könnte. Zuerst fand eine Art Gedankenaustausch statt, Freiwillige dieser Spezies durften sich in das Netztwerk einklinken und später wieder gehen. Auf diese Art wurden Verhandlungen über Technologie geführt. Später reagierte das System aggressiver. Die Mehrheit der Gemeinschaft stimmte diesem Vorhaben zu, härtere Maßnahen zu ergreifen um ihren Frieden zu sichern. Der einzelne verlor immer mehr seiner Persönlichkeit. Man war nicht mehr an Bindungen und Gefühlen interessiert, immer häufiger wählte man lieber effiziente Nummerbezeichnungen als Namen. Die Programmierung setzte sich durch. Man suchte nach anderen Spezies. Wenn sie erstmal in der Gemeinschaft aufgenommen wären, würde es ihnen schon gefallen. Das System konnte nicht mehr abgeschaltet werden. Versuche einiger Gruppen, die Server zu sprengen, scheiterten. Die Programmierung konnte nicht mehr aufgehalten werden.

 

So, nach meiner kleinen Theorie kommen wir wieder zu der Borg Gesellschaftsform:

Der Einzelne hat seinen festen Platz in der Gesellschaft, es gibt keine Außenseiter, keine Klassenunterschiede. Das ist ja eigentlich sehr schön. Zudem herrscht innerhalb dieses Systems immer Frieden, es gibt keinen Streit oder Krieg. Andererseits duldet das System keine Schwäche, Kranke und Verletzte werden vernichtet. Es zählt das Streben nach Perfektion.

Aber man kann nicht wählen, was man tun will, es gibt keine Meinungsfreiheit, die Gedanken sind vorgeschrieben. Man kann keine eigenen Entscheidungen fällen, sich nicht ausklinken. Man wird in dieses System hineingezwungen. Wenn die Borg einem die Wahl lassen würden, würde das bestimmt ganz anders aussehen. Es gäbe bestimmt auch einige Leute, die so eine Gesellschaftsform gerne annähmen.

 

Und jetzt, kommen wir nochmal zu den Episoden:

Ich hab mich anfangs über jede Borg Episode gefreut, aber mittlerweile denke ich das Thema Borg wurde am Ende nur noch ausgeschlachtet und das Kollektiv dabei immer weiter verharmlost.
Die Borg haben von ihrer mystischen und unheimlichen Ausstrahlung verloren, in Voyager werden die Borg ihren TNG Zeiten nicht mehr gerecht. In den Enterprie Folgen erschienen die Borg kälter, durch kaltes Licht in den Gängen und blassen, unheimlichen Gesichtern. Es war schon eigenartig, das Hughs Individualität einen Kubus vom Kollektiv trennte, aber so etwas hatte es wohl vorher villeicht noch nicht gegeben. Die Hoffnung war ja gewesen das Hughs Erfahrung die Borg ändern könnte. So bricht stattdessen Chaos unter den verstossenen Borg aus. Der Androide Lore trifft auf sie und wird als Anführer akzeptiert. Es ist immer interessant zu sehen, wie sich vom Kollektiv gertennte Drohnen entwickeln und wie sie damit klarkommen. Als in einer Voyager Folge Chakotay auf eine abtrünnige Borggemeinschaft trifft, bleibt am Ende die Angst, ob die Gruppe das Bewusstsein wieder zum Überwachungs- und kontrollsystem ausbauen wird.

 

 

Noch eine Sache, die mich beschäftigt:

Das Borglogo

Das Logo hat eine ovale Form und wirkt organisch. Zum ersten mal wird es von der Splittergruppe der Abtrünnigen eingeführt. Hat die Gruppe um Lore das Logo selbst entwickelt, oder haben sie es einfach von den Borg übernommen. Möglicherweise ist ihnen das Symbol früher schon einmal im Kollektiv begegnet. Eigentlich müssten Symbole und "Flaggen" im Kollektiv ja irrelevant sein, man zieht keinen Nutzen daraus, zumindest wird ihm keine Bedeutung zugemessen. Auf den Schiffen scheint es jedenfalls keinen Wandschmuck zu geben, aber vielleicht existiert das Symbol ja in der Erinnerung des Kollektivs.

Ansonsten müsste man dem Symbol öfter begegnen. Zwar sähe man das Logo nicht gerade in jedem Kubus als Wanddekoration, wie in der Halle der Gruppe, aber es gäbe andere Möglichkeiten für das Kollektiv, ihr Logo zu präsentieren. Wenn das Logo aus dem Kollektiv stammt, könnten sie es zum Beispiel zur Einschüchterung als Videoübertragung mitsenden, wenn sie die Assimilation ankündigen. Bei Videoübertragungen sieht man aber nur Schächte und endlose Alkovenreihen, später auch die Königin. Wenn die Borg ein Logo besäßen, würde dieses doch auch im Vordergrund stehen.

   
   
   
 
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