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Borgines Gedanken
 

Die Borg
- vom Mythos zur Lachnummer

 

Kaum eine Rasse im Star Trek Universum war so mächtig wie das Borg-Kollektiv. Und kaum eine Rasse wurde derartig beleuchtet und bekam immer neue Aspekte hinzu, bis zu ihrem tiefen Fall. Am Anfang ist diese Spezies noch fremd und geheimnisvoll, es ist nichts über ihren Ursprung bekannt, sie denken und handeln als gefühllose Maschine. Es gibt keine Liebe und keinen Hass unter ihnen, nur einen gemeinsamen Willen. Eine unheimliche Faszination geht von ihnen aus.
 
Der Grundstein für die Borg, ihr erstes Auftreten fand in der TNG-Episode "Zeitsprung mit Q" statt. Der Episodentitel ist schlecht übersetzt, denn eigentlich findet dort ein Raumsprung statt. Das mächtige Wesen Q befördert das Raumschiff willkürlich an einen anderen Ort der Galaxie. In diesem unerforschten Bereich trifft die Enterprise auf die Borg, eine kybernetische, auf den ersten Blick geschlechtslose Rasse. Sie handeln nach außen hin völlig emotionslos als einziges, geschlossenes Kollektiv. Ein Aussenteam wird von ihnen ignoriert, in den Gängen herrscht eine geradezu gespenstische Atmosphäre. Es ist still, die Borg stehen in ihren Ruhenischen und muten an wie lebende Tote. Dann zeigen die Borg Interesse an der Technologie der Enterprise, indem sie ein Stück von ihr einfach herausschneiden. Die Borg sind weit überlegen und dulden keinen Widerspruch. "Widerstand ist zwecklos" gehört zu ihrer Angriffserklärung, die von mehreren Stimmen gleichzeitig gesprochen wird. Ihr würfelförmiges Schiff repariert sich nach einem Angriff der Enterprise selbst, alle Bemühungen den Borg zu entkommen scheinen sinnlos. Das ist eine sehr spannende Folge. Wir wissen das die Borg Guinans Heimatwelt zerstörten und schon Jahrtausende existieren sollen. Und dieser Gegner weiß nun von der Föderation und wird früher oder später kommen... Nach einigen zerstörten Aussenposten hat die Föderation mit einer vernichteten Kolonie nun Gewissheit, das es sich um die Borg handelt. Die Enterprise bekommt eine Borgexpertin zugeteilt, mit der sie den Krater untersuchen. Die ganze Kolonie scheint herausgeschnitten worden zu sein. Das lässt den Zuschauer einen weiteren Blick auf die Vorgehensweise der Borg werfen, die eine Stadt komplett dem Erdboden gleichmachen. In "In den Händen der Borg/ Angriffsziel Erde" erleben wir einen assimilierten Picard, der dem Kollektiv hinzugefügt wird, um ihm als "Sprachrohr" zu dienen. Wir erleben eine Weiterentwicklung der Borg, die neben der Technologie nun auch Interesse an den Lebewesen zeigen. Picard erscheint als Marionette, die scheinbar einen Teil ihrer Persönlichkeit behalten hat. Letztlich kann der Androide Data in das Kollektivbewusstsein der Borg eindringen und so mehr über die Kommandostrukturen erfahren. Mit Hilfe des befreiten Picards entdeckt er eine Schwachstelle und kann so die Selbstzerstörung des Kubus auslösen. Es gibt also so eine Art "Programmfehler". In diesem Zweiteiler sind sie noch einmal sehr bedrohlich, unaufhaltbar, so das ein Kubus das gesamte Abwehrnetz durchbricht und dutzende Schiffe zerstört. Auch die Assimilation Picards ist ein Schock, muss man ihn plötzlich als Feind betrachten. In diesen Folgen sind die Borg kaltblütig, geradezu unbesiegbar und kristallisieren sich als der gefährlichste Gegner heraus.
Umso überraschender wird die nächste Episode mit den Borg, die einige ethische und moralische Fragen aufwirft. "Darf man einen Borg mit einem Virus infizieren und so das Kollektiv zerstören?" In "Ich bin Hugh" steht die Crew vor dieser Entscheidung. Auf einem Mond entdecken sie ein abgestürztes Borg-Kundschafterschiff mit fünf Drohnen Besatzung. Nur ein jugendlicher Borg überlebt schwer verletzt. Dr Crusher besteht darauf ihn ärztlich zu versorgen, da die anderen sich zuerst weigern ihren schlimmsten Feind mit an Bord zu nehmen, vor allem da sie jeden Moment damit rechnen müssen angegriffen zu werden. Im weiteren Verlauf wird Picards Trauma durch seine Borgzeit deutlich, auch Guinan, deren Heimatwelt von den Borg zerstört wurde, ist zunächst gegen den Jungen. Allerdings müssen beide erkennen, das sich dieser Borg nach seiner Trennung zu einem Individuum entwickelt, das durchaus versteht das es Personen gibt, die nicht freiwillig assimiliert werden wollen. Hugh beginnt sich von dieser Borgmasse abzuheben. Währenddessen wird Geordi immer mehr zur Vertrauensperson des Jungen. Geordi installiert dem Borg einen Energieanschluss in seiner Zelle, unterhält sich mit ihm und gibt ihm zusammen mit Beverly einen neuen Namen. Geordi bekommt moralische Bedenken an dem Plan, Hugh mit dem von ihm entwickelten Virus zu infizieren. Eine sehr schöne Folge. Neben der Handlung erfahren wir wieder etwas mehr über die Borg: Sie besitzen kleine Kundschafterschiffe. Borgnamen bestehen aus Nummernbezeichnungen. Hughs Name ist "3 of 5", da er in einer Gruppe mit 4 anderen Borg war. In ihrer Ruhezeit bekommen die Borg Energie zugeführt. Sie haben die nötigen Geräte im Körper, die Proteine usw. herstellen, so das sie nicht zu essen brauchen. Möglicherweise hätte man diese Episode als Schlussfolge für die Borggeschichte nehmen können. Das Ende wäre offengeblieben, und man wüsste nicht, ob Hughs neue Erfahrungen das Kollektiv verändert hätten. Aber es kommt anders. In "Angriff der Borg" entsteht unter Führung des Androiden Lore so eine Art "Borgsekte". Wir erfahren, dass das Kollektiv über eine Schutzschaltung verfügt, die den Kubus von Hugh vom Bewusstsein trennte. Diese Borg besaßen keinerlei Selbständigkeit ohne das Kollektiv, was doch schon sehr eigenartig klingt. "Datas böser Zwillingsbruder" und die Borg in einer Episode. Wir erfahren leider, dass der Hugh-Plan fehlgeschlagen ist und sich dafür eine Borgsplittergruppe auf dem Planeten entwickelt hat, in der die Borg als Individuen handeln und Gefühle empfinden. Im ersten Teil ist diese Doppelfolge spannend, es ist eigenartig das die Borg ungewöhnlich handeln, Namen haben und völlig neue Schiffstypen. Die Frage nach Hughs Mitwirken taucht auf. Die Borg sind nicht besiegt, es entsteht nur das Phänomen einer Splittergruppe. Aber die Borggeschichte geht weiter, sie schafften es sogar ins Kino. Die Rasse der Borg besitzt viel Potential, so das man sie in der neuen Serie Voyager und einem Kinofilm einbaut. Leider geht dabei eine Menge ihrer ursprünglichen Ausstrahlung verloren. Auch die Umsetzung einiger Aspekte dieser "Kultur" ist leider sehr schlecht, bzw. oberflächlich abgedeckt.

In dem Kinofilm "First Contact" versuchen die Macher die beliebten Elemente "Zeitreisen" und "Borg" zu verbinden. Dem Kollektiv wird hier ein Gesicht gegeben in Gestalt einer Frau, einer Königin als Anführerin. Zwar mögen die Borg zuerst noch gefährlich erscheinen, Deck für Deck assimilieren sie das Schiff, aber mit der ungewohnt emotionalen Handlungsweise der Königin schwindet dieser Eindruck. Anfangs mag sie noch geheimnisvoll erscheinen mit ihren Aussagen gegenüber Data ("Ich bin die eine, die viele ist"), aber man kann sie als das Borg-Bewusstsein nicht ganz ernst nehmen, spätestens als sie Data verführt. Eine Königin als Ausdruck für die Borg, die Picard einst als ihren gleichgestellten Partner wollte, und nun auch davor nicht zurückschreckt, die Maschine Data mit allen Mitteln manipulieren zu wollen. Jedenfalls steht die Einführung der Königin im Widerspruch mit dem Erscheinungsbildes des "alten" Kollektivs, von diesem alten Eindruck bleibt wenig übrig. In der Serie Voyager werden die Borg wieder aufgegriffen. Sie sind scheinbar sehr publikumswirksam. In einer "Vor-Borg-Episode" werden einige Einblicke in das Kollektivbewusstsein gewährt, eine Gruppe ehemaliger Borg nimmt dies als Gesellschaftsform an, damit endlich Frieden und Harmonie herrsche ("Die Kooperative"). Desweiteren findet der Doktor bei der Obduktion einer toten Drohne einiges heraus. Die Assimilation wird nun mit Hilfe von Nanosonden erklärt, mikroskopisch kleinen Robotern, die in den Blutkreislauf gelangen und nach Sekunden das Gewebe befallen. Im späteren Verlauf der Serie werden diese Nanosonden anscheinend als Allroundlösung betrachtet, es ist schon störend, zu was man diese Dinger schließlich alles einsetzen kann.

In "Skorpion" treten die Borg noch als geschlossenes Kollektiv auf, allerdings in einen gnadenlosen Krieg verwickelt, gegen einen Gegner gegen den sie machtlos sind. Hier heißt es plötzlich, die Borg wären keine Forscher und könnten ihr Wissen nur durch Assimilation erhalten. So entwickelt der Doktor auf der Voyager dann auch ein Gegenmittel gegen die Spezies 8472. Irgendwas musste man sich ja auch einfallen lassen, um die Borg zu einem Handel mit der Voyager zu zwingen. Während dieser Gespräche wird von Captain Janeway ein Repräsentant gefordert, "Seven of Nine". Diese ist menschlich und seit 18 Jahren Angehörige des Kollektivs. Janeways Entscheidung, Seven gegen ihren Willen zu deassimilieren ist auf jeden Fall zu hinterfragen. Hugh wurde schließlich auch vor die Wahl gestellt. Seven äußert zwar den Wunsch zurückzukehren, ist aber zu diesem Zeitpunkt keine gefestigte Persönlichkeit. Seven soll sich vielmehr entwickeln. Und das tut sie, in unzähligen Charakterepisoden. Während sie noch verstört in ihrer Gefängniszelle hockt, wird Kes aus der Serie herausgeschrieben. Durfte sie schon ihr schauspielerisches Potential nie zeigen, verwandelt sie sich hier in ein höheres Wesen, dass die Voyager aus dem Borgraum bringt. Trotzdem begegnen sie den Borg immer häufiger. Was vor allem an den Machern liegt. Seven of Nine und die Borg sollen schließlich als Quotenfänger herhalten. Nach so langer Zeit können Borg Implantate nicht mehr restlos entfernt werden, auch der Heilungsprozess der Haut muss durch einen speziellen Anzug gefördert werden. Diese Heilung muss ja sehr langsam vorangehen, da sie ihn die gesamte Serie über trägt. Dabei verwandelt sich der zunächst abgespacete Anzug ziemlich schnell in eine "normale" Variante, allerdings nie in eine Uniform oder weniger figurbetonte Einteiler. In weiteren Episoden wird nun Sevens Schicksal geklärt, das Jahre vor dem Erstkontakt mit der TNG Enterprise stattfand. Die Hansons, zwei Exobiologen, brachen auf um Gerüchte über die Borg zu klären. In einer Rückblende sieht man Klein-Seven mit einem Kubusmodell spielen. Dies erscheint als kleines Ärgernis in der Borg Geschichte, da sie doch noch unbekannt sein müssten. Zudem gelangen die Hansons in den Deltaquadranten, entwickeln Dinge wie den "Biodämpfer" und studieren ohne Schwierigkeiten die Borg. Mit "Das ungewisse Dunkel" hält die Borg-Königin nun auch Einzug in Voyager. Sie holt Seven, die Abtrünnige, zu sich und gibt dabei wirklich eigenartige Gründe an. Auch ihr Verhalten ist mehr als eigenartig gegenüber den "klassischen" Borg, als sie z.B. ein Schiff freilässt. Ein derartiger Aufwand für eine verlorene Drohne, die man als Individuum behalten will, da sie so angeblich wertvoller ist. Seven gilt ohnehin als Paradebeispiel für eine "böse" Drohne, die nach einem langen, langen Entwicklungsprozess endlich ein "richtiges" Individuum wird. Die Borg werden in Voyager zu einem auf Unterdrückung basierenden System stilisiert, über dem die Königin steht. Das ist kein Vergleich zu den Borg aus TNG, die als geschlossene Macht auftraten, und dabei gnadenlos ihre Ziele verfolgten, von einem gemeinsamen Willen gelenkt. In Voyager unterliegt der gemeinsame Wille der Befehlsgewalt der Königin, die auch mal öfter Fehlentscheidungen trifft und ihre persönlichen Interessen über die des Kollektivs stellt. Der Putz bröckelt an der Borg Fassade. Es kommt zu einigen Begegnungen mit den Borg, die Voyager triumphiert und geht als Sieger aus der Schlacht hervor.

Es gibt aber auch einige ruhigere Borg Folgen. So kann man erleben, wie während eines Transporterunfalls einige Nanasonden mit dem "mobilen Emitter" des holographischen Doktors verschmelzen. Das Gerät macht sich selbständig und wächst mittels einer Gewebeprobe zu einem "Superborg" heran. Durch die Zukunftstechnik des Emitters wäre er so gut wie unbesiegbar. So so, die Nanosonden wissen also genau was sie aus so einem Emitter alles herausholen können. Eine schicke Panzerung für die Drohne, Schutzschilde, also was da alles so drinsteckt... "Die Drohne" entsteht und erinnert irgendwie an "Ich bin Hugh". Es geht darum, dass Seven die ihr vermittelten Werte an die Drohne weitergibt, ihn erzieht, da er zuerst nur nach einer Programmierung handelt und auf seine Eingliederung ins Kollektiv wartet. Als die Borg eintreffen wird ihre Stimme als Versuchung dargestellt, der Seven und One widerstehen müssen. Sie können die Stimmen also hören, ohne ihr zu unterliegen. One gibt schließlich sein Leben für die Voyager und zerstört die Sphäre. Die normalen Borg scheinen keine wirksame Abwehr zu besitzen, aber na gut, One ist eben höher entwickelt. In anderen Episoden gibt es keinen "Zukunftsborg", dafür scheint die Voyager die ultimative Borgwaffe zu sein. Aber auch Seven muss sich des öfteren mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. So kann man erleben wie Seven sich vor Jahren während eines Absturzes verhielt. Man erfährt von Protokollen, bestimmten Verhaltensregeln, die eine Drohne auszuführen hat, sobald sie vom Kollektiv getrennt wird. Man erfährt, das unwichtige Erinnerungen vom Kollektiv zwar gelöscht, bzw. unterdrückt werden, diese aber nach einiger Zeit der Trennung wieder zum Vorschein kommen. Bei den überlebenden Drohnen geschieht dies derart schnell und stark, das sie nicht ins Kollektiv zurückkehren wollen. Nur Seven will noch "gerettet" werden und zwingt die anderen schließlich, ihr zu helfen. Jahre später wird sie mit den Folgen ihres Handelns konfrontiert ("Überlebensinstinkt"). Und wieder mal sehen wir, was Nanosonden so alles anstellen können: ein Minikollektiv erstellen. Auch in Episoden, in denen die Borg nur am Rande mitspielen werden sie immer schwächer dargestellt. Einige Spezies beginnen damit, freiwillige Kommandos assimilieren zu lassen, um so Viren in das Kollektiv einzuschleusen. Sie versuchen die Borg von innen heraus zu zerstören, indem sie eine Maschine infizieren, die sich auf jedem Kubus befindet und die Gedanken der Drohnen ordnet ("Das Vinculum"). Ein anderes mal findet die Voyager einen Kubus vor, auf dem nur fünf Kinder überlebt haben. Der jugendliche Anführer stirbt am Ende durch einen Unfall, wohl um zu untermauern wie falsch sein Verhalten war, zum Kollektiv zurückkehren zu wollen. Wir erfahren von bestimmten Prozeduren der Borg, Drohnen als fehlerhaft einzustufen und das Schiff sich selbst zu überlassen und vom Hive abzustossen. Der Begriff Hive wurde übrigens von der Voyager eingeführt, um das "Bienenschwarm-Bewusstsein" der Borg zu betiteln. Eine Episode später kann die Virenattacke geklärt werden. Eines der Kinder ("Icheb") wurde von seinen Eltern rekrutiert und nur zu dem Zweck geboren, eine Waffe zu sein. Seine Welt liegt am Ausgangspunkt eines Transwarpkanals und hat schon viele Angriffe der Borg hinter sich. Interessante Episode, mal zu sehen wie andere Völker damit umgehen, auch wenn die Methode äußerst fragwürdig ist. Die Eltern sind bereit ein unschuldiges Kind zu opfern, um damit einem Gegner Schaden zuzufügen.

Aber nun zu den Folgen, die die Borg umhauen. Es gibt plötzlich eine "Unimatrix Zero", verpackt in einen Zweiteiler. Die Königin weiß von diesem Ort, woher weiß niemand. Es ist eben so. Auch das Verhör einer Drohne, dessen Gedanken sie ja eigentlich kennen müsste. Und auch, das der Borg keine Erinnerung daran hat. Schließlich lässt sie ihn sezieren, um an eine Frequenz zu kommen. Sie betrachtet den Schädel und führt einen Monolog über Perfektion, was man wohl tut um sie als besonders grausam und böse zu charakterisieren. Hm. Natürlich wird unsere Seven in diese Traumwelt geholt, von einem alten Bekannten, da sie ja selbst einmal an dieser Unimatrix Mutation litt. Ja, natürlich. Außerdem sehen wir die Queen am Fließband, ihre Zusammensetzung findet diesmal in mehr Einzelteilen statt als in "First Contact". Und auch ihr kleiner "Plausch" mit Janeway. Und das von den einst kompromisslosen Borg. Überhaupt, Unimatrix Zero ist zwar ein Ärgernis für die Königin, es wäre aber nie zu einer Bedrohung geworden, immerhin erinnern sich die Drohnen nicht daran. Gefährlich wird es erst als die Voyager sich in die Sache einmischt und den "Borgwiderstand" erst ermöglicht. Es kommt die Assimilation von Janeway, Torres und Tuvok. Schöner Schock. Aber dann merkt die Königin nicht mal das sie ihre Stimmen nicht hören kann. Ist das Kollektiv vielleicht zu groß? In punkto Technik gibt es dann einen zentralen Plexus, außerdem gepanzerte Kuben. Es kommt wie es kommen muss, die Borg werden überlistet, die Queen macht einen recht verwirrten Eindruck als sie die Stimmen nicht mehr hören kann. Die nächste Aktion der Königin: ihre eigenen Schiffe in die Luft jagen. Janeway zeigt sich davon wenig berührt. Die Queen beginnt als Anführerin zu versagen, hier besonders schlimm. Die Queen und Janeway pflegen eine Feindschaft, wie man sie vielleicht bei "normalen" Spezies erwartet, nicht aber von einer "Bienenkönigin", die eigentlich immer für das Wohl des Kollektivs handeln sollte und nicht aus persönlichen Interessen.

Ein nächstes Geheimnis verlieren die Borg in "Unvollkommenheit". Sevens Kortikalimplantat droht zu versagen. Ohne so eine Gerät kann eine Drohne nicht überleben. Jede Drohne ist also abhängig von einem Hauptimplantat. Und es gibt noch etwas, eine Vorrichtung die abtrünnige Drohnen deaktiviert, sobald sie beginnen richtige Gefühle zu empfinden ("Menschliche Fehler"). Da hat doch Seven grad was mit dem holographischen Commander gehabt. In "Endgame" wird es dann der richtige Commander Chakotay. Sollte das etwa der finale Abschluss von Sevens Charakterentwicklung werden? Jedenfalls wird es das grosse Ende für das Kollektiv. Für die letzte Folge produziert man wieder einen Zweiteiler und mischt beliebte Elemente zusammen. Die Borg und eine Zeitreise. Und natürlich die Borg-Königin in ihrer Borg-Stadt. Man gewinnt den Eindruck, die Janeway aus der Zukunft handele vor allem als Racheengel. Ihre Aktionen sind höchst fragwürdig, so gibt sie der Voyager Technologie, die sie nicht besitzen dürfte, sie fliegt zum Borgzentrum, um die Borg auszurotten. Wir sehen ein Transwarpnetztwerk, sehen wie die Borg reisen. Die Königin trifft ihre Fehlentscheidungen, statt die Voyager anzugreifen, terrorisiert sie Seven während ihrer Regeneration. Zum Schluss wird es immer haarsträubender: Die Queen fängt sich von der alten Janeway einen Virus ein. Die Schutzfunktion des Kollektivs scheint nicht zu wirken, die Königin ist eine Art Hauptserver, von dort verbreitet sich der Virus wahnsinnig schnell. Es kommt sowieso noch zu einigen Logikfehlern wegen der Zeitreise, die ja eigentlich nie hätte stattfinden können da die Voyager jetzt ja eher zu Hause ist. Nun sind die bösen Borg besiegt und ausgelöscht und es scheint niemanden zu jucken, dass es ja genau genommen ein Völkermord ist. Die Borg haben ein unwürdiges Ende gefunden, vor allem die Königin, der man beim Auseinanderfallen zusehen kann. Die Borg werden am Schluss eh nur noch belächelt. Aber wer denkt, die Borg hätten nun endlich ihre Ruhe gefunden, irrt sich gewaltig. In der neuen Serie Enterprise (ENT), die zeitlich noch vor TOS spielt, werden die Borg wieder aufgegriffen. Die Autoren scheinen der Ansicht zu sein, mit den Borg noch immer hohe Quoten zu erzielen. Überraschend, wie viele bekannte Star Trek Elemente außerdem noch in dieser Serie auftauchen. In der Episode "Regeneration" sind es ein paar übriggebliebene Borg aus "First Contact", die damals abgeschossen wurden und auf die Erde stürzten, wo sie im Eis eingeschlossen wurden... Hoffen wir wirklich, das dies die letzte Borg-Folge ist. Man fragt sich wirklich, wie die Borg einmal so gefürchtet sein konnten...

Meiner Meinung nach bestand das größte Problem der Borg wohl darin, das sie so gut beim Publikum ankamen. Das zog immer weitere Episoden nach sich, in denen immer mehr preisgegeben wurde, immer mehr dazuerfunden. So war die Erschaffung dieser Königin, eine verführerische, emotionale Frau als Lenkungsorgan, ein Schritt in die falsche Richtung. Man entfernte sich immer mehr von der ursprünglichen Vorstellung des Kollektivs. Alles was es zum Thema Borg gab wurde ausgeschlachtet und in einer Geschichte erzählt. Sie verloren fast alle ihre Mysterien, je mehr man über sie erfuhr. Die Stärke der Borg wurde immer weiter heruntergeschraubt, um zum "Lieblingsgegner" der Voyager zu werden. Dabei wurden sie immer weiter verharmlost und der Mythos irgendwann ins Lächerliche gezogen.

 
   
   
   
 
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